1. Akt, 1. Szene – Yves Steiner und Timur Kulibayev

2013. Yves Steiner ist Nachrichtenredaktor für das Nachrichtenjournal “19h30” des Westschweizer Fernsehens RTS. Er leitet de-facto die Ermittlung der “Giroud-Affaire”, oder genauer gesagt, den Skandal, um einen Wallisser Weinhändler und Steuerverberger. Giroud wurde für das Überziehen von geltenden ausser-kantonalen Weisswein-Prozentsätzen, in seinen eigenen Weinmischungen, angeklagt.

Zu dieser Zeit, und über mehrere Monate, beschäftigte sich die Westschweizer Presse mit Girouds Delikten. Yves Steiner ist der mutige Ermittler der die Offensive gegen den gefährlichen Weinhändler führt.

“Tony” ist ein in der Romandie renommierter, aus Sizilien stammender Privatdetektiv; zur Zeit der Ermittlung verraten unsere Quellen und Dokumente, dass Tony mit dem Schweizer Nachrichtendienst (NDB) als offizielle Quelle kooperierte.

Tony ist ebenfalls ein langjähriger Freund von Yves Steiner, dem seine Zusammenarbeit mit dem Nachrichtendienst bestens bekannt ist. Vom NDB empfohlen, wurde er seit kurzem Girouds Anvertrauter. Er ist beauftragt Giroud gegen angebliche Datenverluste und Hackerangriffe zu schützen.

Das heutige Dokument präsentiert ein Telefongespräch zwischen Tony und Yves Steiner. Das Gespräch wurde von der Genfer Justizpolizei am 20. Dezember 2013, in Zusammenhang mit einer nicht damit verbundenen Rechtssache betreffend Tony, abgehört.

Unsere Quellen haben uns tausende seiner abgehörten Gespräche zwischen 2013 und 2014 unterbreitet. Mehrere Dutzend, sind Gespräche zwischen dem Journalisten und seinem verdeckten Ermittler. Die Untersuchung der erhaltenen Dokumente hat erst begonnen.

Tony übermittelt heimlich die gesamten Informationen, der ihm der Weinhändler anvertraut, an Steiner. Das offenbaren die abgehörten Gespräche und vieles mehr, aber das ist momentan Nebensache.

Es sind insbesondere die Machenschaften von Steiner, emeritierter Staats-Repräsentant und Angestellter, welche im 1. Akt unserer Arbeit vorgestellt werden.

Das Dokument ist selbsterklärend und benötigt dementsprechend keine Kommentare. Die Haupthandlung beginnt in der Minute 17:15 (auf Französisch; Wiedergabe unten stehend).

 

Wiedergabe (auf Französisch, Anmerkungen in blau).

Zusammenfassend (TLDR)

Yves Steiner, damaliger Nachrichtenredaktor für die Westschweizer Nachrichten-Abendschau „19h30“ und dessen Arbeit vom Gebührenzahler finanziert wird, führt einen Kreuzzug gegen einen unserer Mitbürger. Er zählt dafür auf seinen Kumpel Tony, der Detektive/Spion, der ihm heimlich Informationen bereitstellt.

Der Zufall sei zu danken, dass zahlreiche Telefongespräche von Tony durch die Polizei abgehört, teilweise durch den Nachrichtendienst zensiert und wiederum in diversen Strafprozessordnungen aufgenommen wurden. Wir haben die Gesamtheit erhalten. Alle Gespräche welche RTS betreffen sind Gegenstand unseres ersten Aktes.

Die Anfangsszene erweist sich als Beweis, dass der Schweizer Bürger die Arbeit eines Journalisten finanziert hat, welcher mithilft, sensible Informationen über die Familie eines ausländischen Dirigenten zu verkaufen. Steiner ist nicht nur Teilnehmer eines Kriegs zwischen rivalisierenden Klans, sondern fördert ihn auch.

Nun stellen sich folgende Fragen: Kollaboriert Yves Steiner mit dem Nachrichtendienst in dieser oder weiteren Angelegenheiten, mittels Tony? In welcher Form haben seine Taten und Vorurteile die Reportagen bei der RTS beeinflusst? Sind solche Handlungen Gang und Gäbe im öffentlichen Fernsehen und Radio?

Die folgenden Szenen und Akten werden diese Fragen beantworten.