1. Akt, 3. Szene – Yves Steiner erfindet ein Fakenews Thema für die Abendschau 19h30 der RTS

Unsere 3. Szene liest sich wie ein Feuilleton. Die Hauptrollen besetzten Yves Steiner, sein Komplize Tony, der Privatdetektiv/Spion und ein gewisser Christian Sidéris – ein Konkurrent und Rivale von Tony.

In den Nebenrollen, zwei wichtige Genfer Anwaltskanzleien, Chabrier und Lalive (wir erfahren beiläufig, dass beide einen Hackerangriff erlitten haben), die sehr reiche Elena Rybolovleva und die bekannten Poncet und Bonnant.

Die ersten beiden Szenen unseres 1. Aktes, haben objektive und belegte Machenschaften aufgezeigt: einen Hehlerei Versuch gegen die Familie eines ausländischen Dirigenten in der ersten Szene und die illegale Offenlegung Journailstenquellen, in der folgenden.

Unsere 3. Szene ist etwas anders; sie schildert Herrn Steiners Denkweise und Psychologie. Sie deckt seinen Zynismus, seine Vulgarität, sowie seine absolute Verachtung für die Wahrheit auf. Sie erleuchtet, sogar im Falle eines nutzlosen Themas, die schamlose Missachtung seiner Befugnisse.

Gestärkt von seinem, im Dienste der Öffentlichkeit, heiligen Journalisten Status, erwägt er die Instrumentalisierung des Fernsehstudios der Abendschau 19:30 der RTS (demzufolge seines Freundes Darius Rochebin), um eine übertriebene, gegen Hr. Sidéris gerichtete Reportage, auszustrahlen. Sein wohlüberlegtes Ziel? Tony’s Rachsucht zu befriedigen. Tony, derselbe Komplize mit wem er zahlreiche Schmutzarbeiten koordiniert und welcher in einer sinnlosen Auseinandersetzung mit seinem Rivale involviert ist.

Herr Steiner schlägt die Ausstrahlung einer reisserischen Reportage in der Tagesschau der RTS vor, wobei Herr Sidéris verleumdet wird (welcher er anderswo als „Arschloch“ [„connard“] bezeichnet und sich freut ihn „zu bescheissen“). Beiläufig, soll der Ruf der angesehenen Anwaltsfirmen geschändet werden, um den ersuchten Effekt zu verstärken, schlägt er vor. Er würde den Namen von Frau Rybolovleva, von ihm als “ ehemalige hoch rangierte der russischen Oligarchie“ ernannt, zu Füsse werfen, um das Thema noch sensationeller wirken zu lassen.

Ein nachsichtiger Betrachter würde solche Handlungen als Paparazzi-Methoden qualifizieren. In Zusammenhang mit unseren vorherigen Artikeln erläutern diese neue Offenlegungen, das Gefühl der Straflosigkeit mit welchem Herr Steiner die missbräuchlichen Handlungen begeht. Er bezeichnet sogar seine eigene Idee als „Schwachsinn“; er gesteht somit seine Missachtung gegenüber der Wahrheit zu, noch schlimmer, er freut sich darüber.

Das neue Telefongespräch, welches am 9. Januar 2014 durch die Genfer Justizpolizei, im gleichen Kontext wie die vorherigen aufgenommen wurde, startet mit den Wehklagen von Tony. Er wirft seinem Kollege und Konkurrent Christian Sidéris vor, über ihn vor einem Staatsanwalt „gelästert“ zu haben. Yves Steiner zeigt sich sofort solidarisch: „Das ist nicht sehr ehrlich von Sidéris. Er ist ein Arschloch [ndt: connard]“. Dem berühmten Journalisten entgeht offensichtlich die Ironie dieser Begriffe in seinem Munde.

Die Empörung Herrn Steiners erreicht seinen Höhepunkt, als er eine Rache gegen Hr. Sidéris zu schüren beginnt. Folgender Satz beweist es: „Wir werden uns mal um diesen Burschen kümmern“.

Diese Bedrohung, welche wie aus dem Munde eines Quartiers-Verbrechers ertönt, ist allerdings die Aussage eines öffentlichen Beamten.

Schlussendlich in der Minute 8:40, erhört man am helllichten Tag, die unlautere Auslegung der Rolle des Journalisten und der Moral im allgemeinen. Er erwägt und erfindet eine zukünftige Reportage der RTS, ernennt sich als Erzähler und verleumdet darin Herr Sidéris, Frau Rbolovleva sowie Herr Bonnant, um die Schlagzeilen zu schreiben.

Ich kann ein Thema vorschlagen, so in die Richtung : die Welt der Genfer Privat-Untersuchungen wird wieder beschuldigt. Ein Vertreter dieser Körperschaft wird heute von einer ehemaligen hoch rangierten der russischen Oligarchen angegriffen, verteidigt durch den Anwalt Bonnant. Ihn trifft die Schuld, dass er die Dame in Genf gefolgt ist, sowie ein Dossier gege Sie aufbereitet hat, einen Schwachsinn siehst du, etwas in diese Richtung, [und dann hop ist die Sache im Eimer] (ndt: „en voiture en voiture minou“). […]

Ich bin vielleicht nicht einmal verpflichtet es selber zu machen. Ich kann es an eine Genfer Kollegin geben. Siehst du, damit es nicht… damit man nicht meint dass es… ich habe schlussendlichen einen etwas bekannten Namen und… weisst du, man soll glauben es kommt aus… eem… weisst du, eine Journalistin die das per Zufall entdeckt hat, „ah das ist ja lustig“.[…] Ich kann nichts dafür, man muss damit leben und eben subtiler handeln. Wenn du Christian [ndr: Sidéris] bescheissen möchtest, weisst du, kannst du ihm das vorwerfen.

Die Ironie erreicht ihren Höhepunkt, ein kurzes Stück weiter, als er zugibt, seine Idee sei „vielleicht etwas grenzwertig“, nicht desto trotz rechtfertigt er sich, in dem er sie als von „öffentlichem Interesse“ qualifiziert.

Klicken Sie bitte auf die unten stehenden Youtube und Soundcloud Links, um das Gespräch abzuhören (oder durchlesen Sie die Abschrift des Telefongespräches, auf Französich).

Wir haben im Vorfeld dieses Artikels die RTS nicht kontaktiert, da wir keine dazugehörige Reportage in dessen Archiven gefunden haben. Ein solches Projekt wäre demzufolge von dem Chefredaktor zeitgerecht eliminiert oder verworfen worden. Sein Kommentar ist dementsprechend nicht nötig.

Unsere Fragen betreffend der 2. Szene bleiben immer noch aktuell. Bis heute haben wir keine zufriedenstellende Antwort von den kontaktierten Behörden erhalten. Hier können Sie die 6 von uns gestellte Fragen wieder lesen.

Wir ermutigen unsere Leser, ihnen weiterhin dieselben Fragen zu stellen.